Dividendenstrategie – Wie geht das?

Ist die Auswahl von Aktien mit hohen Dividenrenditen eine gute Idee? Eine alternative Dividendenstrategie stelle ich dir hier vor.

Was ist eigentlich die Dividendenstrategie?

Fragt man Kleinanleger nach ihrer Anlagestrategie hört man häufig, dass sie die Dividendenstrategie verfolgen.

Doch was heißt das eigentlich? Gibt es wirklich die eine Dividendenstrategie?

Einige weitere Fragen kann man bei einer solchen Aussage direkt stellen:

  • Werden nur Aktien von Unternehmen gekauft, die Dividenden ausschütten?
  • Kommen nur Aktien mit einer hohen Dividendenrendite in Frage?
  • Wird der Fokus auf ein hohes Dividendenwachstum gelegt?

Aus diesen drei Fragen lassen sich die drei wichtigsten Dividendenstrategien erkennen. Während manche lediglich eine Ausschüttung haben möchten, schauen andere auf eine möglichst hohe Dividendenrendite. Wieder andere Anleger denken langfristiger und möchten vor allem ein stabiles und hohes Dividendenwachstum.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass alle Dividendenfans eine Einkommensstrategie verfolgen. Das kann Sinn machen, denn regelmäßige Ausschüttungen haben vor allem auch psychologische Vorteile und beruhigen den Anleger in turbulenten Börsenzeiten. Viele bekannte Dividendentitel haben außerdem eine relativ kleine Schwankungsbreite. Das schont zusätzlich die Nerven und sorgt für einen hoffentlich ruhigen Schlaf.

Ist die Betrachtung der Dividendenrendite ausreichend?

Bei einigen Anlegern wird man feststellen, dass sie lediglich auf eine hohe Dividendenrendite schauen. Die Rendite von Aktien setzt sich allerdings aus den Kursgewinnen und den Dividendenausschüttungen zusammen. Was nützt eine hohe Dividenrendite, wenn die Dividende aus der Substanz gezahlt wird und der Aktienpreis nur nach unten geht.

Optimal wäre natürlich eine hohe Dividendenrendite und ein hohes Kurswachstum. Da die Börse aber vor allem bei den großen und bekannten Dividendenaktien das Risiko ziemlich gut bewertet, ist das in der Praxis schwierig. Aktien mit einem starken Kurswachstum haben in der Regel keine hohe Dividendenrendite. Eine hohe Dividendenrendite deutet hingegen oft daraufhin, dass bei dem Unternehmen etwas nicht stimmt. Der reine Betrachtung der Dividendenrendite reicht daher nicht aus.

Die Dividendenadel Strategie

Es gibt allerdings ein paar weitere Kennzahlen, die sich auf die Ausschüttungen beziehen und dabei helfen können potenziell schlecht aufgestellte Unternehmen auszusortieren. Die vier Kennzahlen des magischen Vierecks von Christian W. Röhl inklusive möglicher Schwellwerte stellen eine recht einfache Möglichkeit dar eine Dividendenstrategie zu entwickeln.

Dividendenstrategie von Dividendenadel
Dividendenadelkriterien (Quelle: https://www.dividendenadel.de/dividendenadel/)

Kontinuität: Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren immer eine Dividende gezahlt und nicht gesenkt. Die Anzahl der Jahre kann man natürlich nach persönlicher Vorliebe anpassen. Unter 5 Jahren macht es meiner Meinung nach allerdings keinen Sinn.

Wachstum: Die Dividende wurde im letzten Jahr angehoben. Das Dividendenwachstum der letzten fünf Jahre wird auch für die Sortiertung verwendet. Die Dividendenadelstrategie kann man daher auch als erweiterte Dividendenwachstumsstrategie bezeichnen.

Payout: Mit Payout ist die Aussschüttungsquote des Unternehmens gemeint. Das heißt wie viel vom jährlichen Gewinn an die Aktionäre ausgeschüttet wurde. Christian W. Röhl betrachtet den Durchschnitt der letzten drei Jahre und hat Zielwerte zwischen 25 und 75 Prozent definiert.

Rendite: Die Dividendenrendite soll für Dividendenadel in den letzten fünf Jahren bei über einem Prozent pro Jahr liegen. Hier sieht man, dass der Schwellwert der Dividendenrendite recht niedrig angesetzt ist. Die anderen Kennzahlen werden somit wesentlich stärker bei der Auswahl berücksichtigt.

Auf was du noch achten solltest

Neben den vorgestellten Kriterien für eine Dividendenstrategie, solltest du dir in jedem Fall noch zu ein paar weiteren Punkten Gedanken machen. Vor allem mögliche Kauf- und Verkaufszeitpunkte und das Risikomanagement beeinflussen maßgeblich deinen Erfolg an der Börse. Diese Faktoren gehören zu einer echten Strategie also ebenfalls dazu.

Das Risikomanagement kannst du beispielsweise unterteilen in eine übergeordnete Asset Allocation und eine Bestimmung der Positionsgrößen nach Einzelrisiko und Depotgröße. Falls du die Dividendenadelstrategie nutzt, solltest du dir z.B. vorher überlegen was du machst, wenn eine Aktie eines der Kriterien nicht mehr erfüllt. Auch für besonders stark gestiegene Aktien kannst du dir vorher einen Plan überlegen. Denn manchmal ist auch die beste Dividendenaktie kurzfristig überbewertet oder ein Schnäppchen.

Wie gehst du bei der Aktienauswahl vor? Schreib mir gerne in den Kommentaren.

Möchtest du mehr über Aktien und Dividendenstrategien erfahren?

Dann kann ich dir die folgenden Bücher empfehlen:

Cool bleiben und Dividenden kassieren: Mit Aktien raus aus der Nullzins-Falle* von Werner H. Heussinger und Christian W. Röhl

Die besten Dividenden-Aktien simplified: Mit der Cashflow-Investing-Methode substanzstarke Aktien auswählen und nachhaltig attraktive Dividenden sichern* von Arne Sand und Max Schott

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